Testament verfassen

Halten Sie Ihre Wünsche fest

Testament verfassen

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Damit sich Ihr letzter Wille erfüllt, ist es ratsam, den letzten Willen niederzuschreiben. Es regelt die eigenen Vorstellungen, wer was oder wie viel von Ihrem Nachlass bekommt. Ihr letzter Wille in Form des Testaments geht der gesetzlichen Erbfolge vor.
Unser Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) enthält im 5. Buch (§§ 1922 ff.), dem Erbrecht, konkrete Regelungen der Erbfolge. Sie sind abgestuft nach dem Verwandtschaftsgrad und regeln auch das Erbrecht von Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners. Die vom Gesetz vorgegebene Erbfolge wird in vielen Fällen nicht gewünscht. Für den Fall, dass man keine Kinder hat und ein Ehepartner verstirbt, ohne ein Testament zu hinterlassen, erben neben der Witwe bzw. dem Witwer auch die Geschwister des verstorbenen Ehepartners. Sollten keine gesetzlichen Erben vorhanden sein, tritt der Staat in die Erbenstellung ein.

Welche Form sollte ein Testament haben?
Ein Testament kann handschriftlich oder in notariell beurkundeter Form errichtet werden. Ersteres muss vom Testierenden vollständig mit eigener Hand geschrieben, mit Ort und Datum versehen und unterschrieben sein. Anderenfalls ist es unwirksam. Das notariell beurkundete Testament entsteht, indem ein Notar den vom Testierenden geäußerten Willen in eine Urkunde aufnimmt. Beide Formen sind rechtlich möglich und wirksam. Eine Vorlage für ein Testament gibt es nicht, da es eine höchstpersönliche Angelegenheit ist.

Vor­- und Nachteile der beiden Formen
Das handschriftliche eigenhändige Testament kann zu Hause verfasst und aufgehoben werden. Sie haben so grundsätzlich die Möglichkeit, es jederzeit zu ändern oder neu zu verfassen. Es besteht aber die Gefahr, dass es verlegt wird oder nach dem Tode des Testierenden versehentlich nicht dem Amtsgericht zur Eröffnung eingereicht wird, obwohl hierfür eine gesetzliche Pflicht besteht. Daher sollte das handschriftliche eigenhändige Testament immer beim Amtsgericht -Nachlassgericht- hinterlegt werden. Nach dem Tode des Testierenden wird es dann, aufgrund der Nachricht des Personenstandsregisters von Amts wegen eröffnet und den darin bedachten Personen und Einrichtungen förmlich zugestellt. Sollte man das Testament einmal ändern wollen, ist es immer möglich, dieses wieder aus der amtlichen Verwahrung zu entnehmen. 

Um zu vermeiden, dass das handschriftliche eigenhändige Testament auslegungsbedürftig oder im schlimmsten Fall unwirksam sein könnte, sollte vorab der Rat eines Fachanwalts für Erbrecht eingeholt werden.

Das notariell beurkundete Testament wird ebenso wie ein handschriftlich eigenhändiges Testament, welches beim Nachlassgericht hinterlegt ist, in amtliche Verwahrung gegeben. Auch hier erfolgen nach dem Tode des Testierenden von Amts wegen die Eröffnung und die Benachrichtigung der bedachten Personen.  Gehört Grundbesitz zu einem Nachlass, ist bei einem handschriftlichen Testament die Beantragung eines kostenpflichtigen Erbscheins erforderlich, um das Grundbuch zu berichtigen. Das notariell beurkundete Testament reicht für die Umschreibung aus.

Veranstaltungen in ihrer Region

Erbrechtveranstaltungen

Kompetenter Rat ist für eine rechtswirksame Erbschaftsregelung unerlässlich. SOS-Kinderdorf e.V. hält regelmäßig Veranstaltungen, die über das Erbrecht und die Testamentsgestaltung informieren. Hier finden können Sie sich zu kommenden Veranstaltungen unverbindlich anmelden. Es würde uns sehr freuen, Sie demnächst bei uns begrüßen zu dürfen.

> Aktuelle Veranstaltungen

Grabpflege
Durch eine testamentarische Verfügung können Sie auch die Grabpflege regeln. So kann als Auflage einer Erbeinsetzung die Grabpflege verfügt werden. Auch kann durch eine Auflage geregelt werden, wie mit ihren persönlichen Dingen umgegangen wird.

Testamentsvollstreckung
Durch die Verfügung einer Testamentsvollstreckung können Sie sicherstellen, dass ihr letzter Wille auch tatsächlich umgesetzt wird. Gerade wenn sie von Todes wegen eine Stiftung errichten oder einzelne Vermögensgegenstände bestimmten Personen zuwenden wollen, ist die Testamentsvollstreckung empfehlenswert. Auch in den Fällen, wo Streit zwischen den Verwandten absehbar ist, kann sich das empfehlen.

Guter Rat ist nicht teuer!
Dem Vorstehenden ist zu entnehmen, dass es nützlich, kostensparend und Rechtsicherheit bringend ist, einen Fachanwalt für Erbrecht oder einen Notar bei der Abfassung eines Testaments oder eines Erbvertrages hinzuzuziehen. Die Gebühr des Notars richtet sich nach der Kostenordnung und ist abhängig vom Wert des Nachlasses. Die anwaltliche Gebühr richtet sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Sie ist ebenfalls vom Nachlasswert, aber zusätzlich von Umfang und Schwierigkeit der Beratung, abhängig.

Institut für Erbrecht e.V.

Ihr Ansprechpartner für rechtliche Fragen

Elmar Uricher - Institut für Erbrecht e.V.
Rechtsanwalt und Vorstand
Telefon 07531 17727
E-Mail info@erbrecht-institut.de

Das Institut für Erbrecht e.V. ist eine Vereinigung von Erbrechtsspezialisten und bietet rechtliche Beratung bei Ihrer Nachlassplanung und der Abwicklung von Nachlassfällen. Hier finden Sie einen Berater in Ihrer Nähe.

Nach Verfassen des Testaments können Sie...

...Ihr Testament jederzeit ändern und widerrufen, solange Sie nicht durch einen Erbvertrag oder ein Ehegattentestament gebunden sind. Sollten Sie nach dem Versterben des Ehegatten Ihr Testament ändern wollen, ist das nur möglich, wenn sie sich dies in Ihrer gemeinsamen letztwilligen Verfügung vorbehalten haben.

...das originale Testament beim Nachlassgericht hinterlegen, um sicherzustellen, dass Ihr Testament nach Ihrem Tod eröffnet wird und die Personen, die im Testament bedacht sind, verständigt werden. Sie können Ihr Testament jedoch auch zu Hause aufbewahren. Jede Person, die das Testament nach Ihrem Ableben findet, ist gesetzlich verpflichtet, es beim Nachlassgericht einzureichen.

Berliner Testament

Gut zu wissen!

Beim Berliner Testament erben die Kinder erst, wenn beide Eltern verstorben sind. Manchmal jedoch fordern Kinder nach dem Tod des ersten Elternteils ihren Pflichtteil ein. Dies kann mit einer "Pflichtteilsstrafklausel" verhindert werden. Sie besagt, dass Kinder, die nach dem Tod des ersten Elternteils ihren Pflichtteil verlangen, auch nach dem Tod des zweiten Elternteils nur den Pflichtteil bekommen.

Ihr letzter Wille kann ein neuer Anfang sein

Weitere Informationen zum Thema Nachlass

SOS-Kinderdorf e.V. hilft, bedürftigen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In der Broschüre finden Sie Informationen zum Ansatz von SOS-Kinderdorf e.V. Mögliche Nachlassoptionen wie Erbschaft, Miterbschaft oder ein Vermächtnis werden ebenfalls vorgestellt. So können Sie sich in Ruhe Gedanken über die Form Ihrer Zuwendungen machen, wenn Sie SOS-Kinderdorf e.V. in Ihrem Erbe berücksichtigen möchten.

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