Erbrecht

Worauf Sie achten sollten

Erbrecht

Da die Möglichkeit besteht, über den eigenen Tod hinaus Bestimmungen über sein Hab und Gut anzuordnen, sollte jeder davon auch Gebrauch machen und sich zum Thema Erbrecht ausführlich informieren. Für eine letztwillige Verfügung, gleich welcher Art, ist es nie zu früh. Hat man nichts festgelegt, gilt die unter Umständen nicht gewünschte gesetzliche Erbfolge zugunsten von entfernten Verwandten, die gar nicht bedacht sein sollten. Ein einmal aufgesetztes Testament sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Entspricht es noch den Gegebenheiten und vor allem den aktuellen Vorstellungen des Verfassers?

So könnte ein bisher nicht erwähnter Abkömmling hinzugekommen sein, die wirtschaftlichen Verhältnisse könnten sich geändert haben, eine Änderung der Aufteilung des Nachlasses geboten sein. Ein einmal aufgesetztes Testament kann grundsätzlich vom Verfasser durch weitere Testamente geändert, ergänzt oder sogar ganz aufgehoben werden. Bei einem gemeinschaftlichen Testament von Ehe und Lebenspartnern müssen dies beide wollen; es sei denn, ein Partner widerruft formgerecht.

Pflichtteil

Gut zu wissen!

Nahe Angehörige haben in Deutschland einen Anspruch auf einen bestimmten Teil des vererbten Vermögens (Pflichtteil). Dazu gehören z.B. der Ehegatte und Kinder. Der Pflichtteil wird immer in Geld ausbezahlt, ein Pflichtteilsberechtigter wird also zum Beispiel kein Miteigentümer an einem Haus oder Grundstück.

Der Erbvertrag 
Derjenige, der sich schon zu Lebzeiten gegenüber einer bestimmten Person oder Einrichtung rechtswirksam verpflichten will, diese als Erbin oder Vermächtnisnehmerin einzusetzen, kann dies in einem notariell zu beurkundenden Erbvertrag tun. Ein Erbvertrag enthält in der Regel keine Gegenseitigkeit, sondern einen Verfügenden und einen Vertragserben/-vermächtnisnehmer. Ein Erbvertrag kann nur einvernehmlich von den Vertragsparteien geändert oder aufgehoben werden.
 Beeinträchtigt der Verfügende zu Lebzeiten die Rechte des Vertragserben aus dem Vertrag, können nach Eintritt des Erbfalls (Ableben des Verfügenden) sogar Schadenersatzansprüche entstehen.

Was heißt "vererbt" und was "vermacht"?
Der Erbe bzw. mehrere Miterben treten mit dem Erbfall "in die Fußstapfen" des Verstorbenen ein. Alle Vermögenswerte und alle Verbindlichkeiten (Schulden) gehen auf den/die Erben in der Stunde null über. Es tritt sogenannte „Gesamtrechtsnachfolge“ (§1922 BGB) ein.

Nachlassspende

Mit Ihrem Erbe Gutes tun!

Sie möchten mit Ihrem letzten Willen nachhaltig etwas Gutes tun? Sie können auch eine gemeinnützige Organisation, wie beispielsweise SOS-Kinderdorf e.V., als Erben einsetzen oder mit einem Vermächtnis bedenken. Hier können Sie sicher sein, dass Ihr Vermögen ungeschmälert ankommt, denn gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaft- und Schenkungssteuer befreit.

> Mehr erfahren

Will ein Erblasser einzelne Gegenstände oder einzelne zu seinem Nachlass gehörende Vermögenswerte bestimmten Personen anlässlich seines Ablebens zukommen lassen, kann er dies im Rahmen eines Vermächtnisses vornehmen. Ein Vermächtnisnehmer wird nicht Erbe, er erlangt nur einen schuldrechtlichen  Anspruch gegen den/die Erben auf Herausgabe oder Übertragung des ihm vom Erblasser vermachten Gegenstandes oder Vermögenswerts. Die mögliche Anordnung von Vermächtnissen erweitert den Verfügungsspielraum bei der Gestaltung eines Testaments. Erbeinsetzung und Vermächtnisse sind nebeneinander möglich.

Erbschaftssteuer auf Vermächtnisse: Steuerklassen und Freibeträge

Steuerklasse II Freibetrag für Vermächtnisse
Geschwister 20.000 Euro
Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern 20.000 Euro
Stiefeltern 20.000 Euro
Schwiegerkinder 20.000 Euro
Schwiegereltern 20.000 Euro
geschiedener Ehegatte 20.000 Euro
Steuerklasse III Freibetrag für Vermächtnisse
alle übrigen Erwerber 20.000 Euro

 

Persönlich für Sie da

Ihre Ansprechpartnerin bei SOS-Kinderdorf e.V.

Andrea Elisabeth Giesecke (Syndikusrechtsanwältin) & Team
Telefon 089 12606-300
E-Mail testament@sos-kinderdorf.de
www.sos-kinderdorf.de/testament

Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an das Institut für Erbrecht.